Barcelona - die unterschätzte Metropole


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Einleitung
Mit über 1,6 Millionen Einwohnern ist Barcelona die zweitgrößte Stadt Spaniens, die größte Stadt Kataloniens, Regierungssitz und kulturelle Metropole dieser autonomen Region. Gleichzeitig strahlt sie großstädtisches Flair, südeuropäisches Lebensgefühl und den Charme einer Hafenstadt aus. Der Reisende hat eine unendlich scheinende Auswahl an kulturellen Aktivitäten, Museen und Sehenswürdigkeiten – darüber hinaus laden die (sauberen) Strände der Stadt zu einem Erfrischungsbad im Mittelmeer ein.

Mediterran geprägt ist auch das Klima: dank frischer, vom Meer kommender Brise ist es in Barcelona im Sommer nur selten zu warm, um etwas zu unternehmen – gleichzeitig herrschen im Frühjahr und Herbst, teilweise auch noch im Winter, gemäßigte Temperaturen. Schnee und Eis sind in Barcelona selten.

Barcelona ist die kulturelle Metropole Kataloniens, eine Funktion, die sich bereits bei der Anreise bemerkbar macht. Ob am Flughafen, am Bahnhof oder auf den Straßen: Beschilderungen erfolgen grundsätzlich auf Catalá (der Sprache der Katalanen) und Spanisch. Auch dominiert Catalá die Alltagsgespräche der Einheimischen, selbst eine eigene Literatur hat sich in dieser Sprache entwickelt. Internationale Bekanntheit erreichte diese spätestens seit dem Auftritt Kataloniens als Gastland der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2007.

Barcelona Parc Güell

Typisch für den katalanischen Modernisme:
Farbiges Mosaikdach im Parc Güell



Man sollte sich jedoch hüten, Catalá als einen Dialekt des Spanischen zu verstehen. Die Katalanen legen großen Wert darauf, eine eigene Sprache als Ausdruck ihrer eigenen Kultur zu verstehen. Der Interessierte wird schnell Ähnlichkeiten mit anderen Sprachen feststellen: Währen viatge dem spanischen Wort viaje (Reise, Fahrt) ähnelt und si us blau an den fränzosischen Ausdruck s’il vous plaît (bitte) erinnert, bedeutet  blau im Deutschen: blau.

Barcelona Generalitat de Catalunya

Sitz der Generalitat de Catalunya

Katalanen freuen sich, wenn der ausländische Tourist wenigstens ein paar Worte Catalá (Begrüßung und wenige Floskeln) kennt, da es die Aufgeschlossenheit und Akzeptanz für die katalanische Kultur zeigt. Selbstverständlich kann die Konversation auf Spanisch erfolgen – viele Katalanen sprechen darüber hinaus auch Französisch, Englisch oder sogar Deutsch.

Da die katalanische Kultur und mit ihr auch die Sprache während des Franco-Regimes nicht ausgelebt werden durfte und Katalonien als wirtschaftliche Spitzenregion seit Jahrhunderten einen schwierigen Stand bei der politischen Elite in Madrid hatte, kamen immer wieder separatistische Bewegungen auf. Im Jahre 1978 wurde Katalonien der Status einer autonomen Region zugebilligt, weitreichende Kompetenzen wurden damit von der Zentralregierung in Madrid nach Barcelona verlagert. Seitdem wird die Abspaltung Kataloniens politisch kaum noch ernsthaft betrieben – separatistische Parteien im Parlament widmen sich primär dem Tagesgeschäft und beschränken ihr separatistisches Bestreben auf die Verlagerung weiterer Kompetenzen in die autonome Region.

Katalanen gelten als fleißig, zuverlässig und ehrgeizig (ein Katalane sagte mir mal, sie seien „die Deutschen Spaniens“) – dies zeigt sich auch im Stadtbild Barcelonas: Gerade in der Architektur sieht man den Ehrgeiz der Stadt: während einerseits die Sagrada Familia seit 1882 eine Baustelle ist, auf der heute durch private Spenden eine moderne Weiterführung von Gaudís Werk realisiert wird, zeugt die anlässlich der Olympischen Spiele 1992 erfolgte Modernisierung der Küstenlinie mit einer künstlichen Insel am alten Hafen von der Fähigkeit, Projekte erfolgreich zu Ende zu führen. So verbinden sich in Barcelona alte und neue architektonische Meisterwerke.
 


 
Satellitenbild von Barcelona



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