Teneriffa


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Einleitung

Immer wieder liest man in der Reiseliteratur von Teneriffa als einem „Minikontinent“. Auf den ersten Blick erscheint diese Bezeichnung reichlich übertrieben, wenn man bedenkt, dass Teneriffa mit einer Fläche von lediglich rund 2000 km² mit einem Kontinent wie Europa mit rund 10.200.000 km² verglichen wird.

Beschäftigt man sich jedoch näher mit der Insel, wird schnell klar, weshalb die Umschreibung als „Minikontinent“ durchaus plausibel ist.

Teneriffa vereint verschiedene topographische Gegebenheiten, unterschiedliche Klimazonen und präsentiert sich von allen Seiten anders (Karte weiter unten):

Der stark landwirtschaftlich geprägte Norden besteht aus grünen Tälern und Ebenen, Bananenplantagen und wunderschöne private und öffentliche Gärten säumen die Straßen und Orte. Ein gemäßigtes Klima, ausreichend Niederschlag und die fruchtbare Vulkanerde erlauben eine reichhaltige Vegetation.

Der Nord-Osten und der Nord-Westen sind von Anaga- und Teno-Gebirge durchzogen, die beide Inselteile ganz unterschiedlich gestalten.

Der niederschlagsarme Süden präsentiert sich beinahe karg, die Hänge zeigen kaum grünen Bewuchs, nur wenige landwirtschaftliche Flächen konnten der Natur abgerungen werden. Diese Gegend ist stark touristisch geprägt: viele Sonnentage, wenig Niederschlag und unzählige Hotel- und Appartmentbetten in teils schönen, teils weniger gelungenen Gebäuden locken Sonnenhungrige an.

Teneriffa Strelitzie

Auf Teneriffa weit verbreitet: die Strelitzie
(
ein Klick auf die Bilder vergrößert die Aufnahme)

Das Inselzentrum steht im Zeichen des Teide: Teneriffas Vulkan und zugleich der höchste Berg Spaniens (3.718 m) lädt ein in eine scheinbare Wüste, die im Sommer große Trockenheit und im Winter Kälte und Schnee bereithält. Nur spezialisierte Pflanzen können zwischen schwarzem Sand, Geröll und Hochebenen aus Magma bestehen.

Teneriffa Teide

Immer im Blick: der Pico del Teide

Der Reiz dieser unterschiedlichen Gesichter Teneriffas liegt in den unzähligen Möglichkeiten, wie man einen Urlaub gestalten kann: ob Badeurlaub in den sonnigen Touristenhochburgen des Südens, Wanderurlaub im Hochgebirge oder Kultur- und Sightseeingeise – die Insel bietet für alle Urlaubswünsche interessante Möglichkeiten.

Vor allem aber erlaubt sie die Kombination unterschiedlicher Aktivitäten: heute ein Tag am Strand, morgen eine Wanderung im Gebirge und übermorgen Sightseeing in der Hauptstadt Santa Cruz mit anschließendem Opernbesuch.

Dank geringer Entfernungen und gut ausgebauter Autobahnen und Schnellstraßen sind zumindest die Hauptorte der Insel recht schnell und mautfrei zu erreichen (von Playa de Las Américas im Südwesten nach Puerto de la Cruz im Norden sind es über die Autobahn rund 120 km und ca. 1,5 Std. Fahrzeit).

 



 

Satellitenansicht von Teneriffa
 

Größere Kartenansicht
 

 
Allgemeine Informationen

Wer sich für einen Urlaub auf Teneriffa entscheidet, muss wissen, dass er für diese Vielfalt auch kleinere Mühen in Kauf nehmen muss:

Die Fahrt zum Flughafen, rund vier Stunden Flugzeit ab Frankfurt und der anschließende Transfer an den Urlaubsort kosten mit Warte- und CheckIn-Zeiten je nach Entfernungen fast einen ganzen Urlaubstag, die Rückreise ebenso.

Auf Teneriffa zeigen sich viele Orte, vor allem an den Küsten, zunächst nicht von ihrer Schokoladenseite: Hotel- und Appartmentgebäude zeugen vom Wachstum des Massentourismus seit den 50er und 60er Jahren – viele von Ihnen wurden ohne Rücksicht auf die Integration in die Landschaft oder die schönen Altstadtstraßen hochgezogen. Verständlich, wenn man bedenkt, das Teneriffa vorher eine relativ wirtschaftsschwache, größtenteils von der Landwirtschaft lebende Insel war und mit dem Tourismus eine Chance auf Wohlstand sah, die auch unter Inkaufnahme von „Bausünden“ (so würde man sie aus heutiger Sicht bezeichnen) genutzt werden sollte. Rund 4 bis 5 Millionen Touristen pro Jahr (bei einer Einwohnerzahl von rund 865.000) zeugen von den Früchten dieser Entscheidung.

Wer sich für eine Unterkunft in den nördlichen Küstenorten (insbesondere Puerto de la Cruz ist hier ein Touristen-Mekka) entscheidet, kann nicht davon ausgehen, in Hotelnähe einfach in den Atlantik springen zu können. Zwar laden schwarzsandige Strände und Buchten zum Verweilen ein, ein Bad im Meer ist jedoch nicht ganz ungefährlich, häufig warnen gelbe oder rote Flaggen vor dem arglosen Schwimmen in den Fluten des Atlantik. Man sollte bereits vor der Buchung recherchieren, ob sich in der Nähe der Unterkunft geschützte Strände befinden.
Alternativ bieten sich in vielen Küstenorten Meerwasserschwimmbäder an: künstliche, teilweise sehr reizvoll gestaltete Anlagen (ein Vorzeigeobjekt ist wohl der „Lago de Martiánez“ in Puerto de la Cruz) laden zum ruhigen und sicheren Baden im Meerwasser ein – dies kostet zwar Eintritt, dieser bleibt aber im Vergleich mit deutschen Schwimmbädern durchaus im Rahmen (Puerto de la Cruz: 2 Personen, 1 Sonnenschirm, 2 Liegen inklusive: 8,50 EUR pro Tag Stand: 7/08). Darüber hinaus haben viele Hotels eigene Pools, die für eine kurze Erfrischung durchaus ausreichend sind.

Zur Erkundung der Insel ist ein Leihwagen Pflicht. Da es in den Touristenzentren Autovermietungsbüros wie Sand am Meer gibt, sollte man sich schon vorab einen Überblick verschaffen. Schwarze Schafe lassen sich durch Internetrecherche aussieben, wer ganz sicher gehen möchte, kann ein Mietauto über den Reiseveranstalter buchen oder sich für ein internationales, renommiertes Unternehmen entscheiden.
Wichtig: im Voraus buchen ist meistens günstiger, eine Kreditkarte in der Regel notwendig. Bei kleineren, regionalen Anbietern kann man nicht voraussetzen, dass der Mietvertrag in deutscher oder englischer Fassung erhältlich ist.

Wer auf der Insel Auto fahren möchte, sollte sich zudem gutes und aktuelles Kartenmaterial besorgen: einige Baustellen und eine nicht immer optimale Beschilderung erschweren das Anfahren von Zielen. Auch das mobile Navi kann stumm bleiben: es liegen keinesfalls bei allen Geräten Daten für Teneriffa vor.
Hilfreich ist auch, wenn das Hotel einen ausreichend großen Parkplatz anbietet – andernfalls kann gerade in städtischen Lagen die Parkplatzsuche nervenaufreibend sein.


Wie bei den meisten Destinationen gilt auch für Teneriffa, dass eine gute Vorbereitung mittels Internet und Reiseführern mögliche Probleme schon im Voraus ausschließt – die dabei aufkommende Vorfreude und die Erhöhung der Chancen auf ein unvergessliches Urlaubvergnügen sind Lohn der Mühen.
Teneriffa Corolla Mietwagen Teide

Zur Erkundung der Insel auf eigene Faust hilfreich:
ein Mietwagen